Freifunk in (schulische) Enterprise WLAN Infrastruktur einbinden – Teil 5 – Abschluss

Erkenntnisgewinn

Die Implementierung fand Ende Februar statt. Arbeitsaufwand: zwei Personen, zwei Tage. jeweils 3 Stunden. Je nach vorhandenem Kenntnisstand gehe ich bei ähnlicher Vorgehensweise mit dieser Anleitung von ca. 6 – 8 Std. aus. Wenn Vorbereitungen wie VLANs geschaffen werden müssen, kann es entsprechend länger dauern.
Das Netz befand sich von Anfang März bis Mitte Mai im Testbetrieb. Zur Hauptzeit zwischen 07:30 Uhr und 14:30 Uhr sind ca. 150 Geräte angemeldet, in Spitzenzeiten bis zu 200.

Für eine Liveansicht der Statistik auf das Bild klicken.

Die Gesamtzahl an Clients, die sich sowohl im Freifunknetz als auch im schuleigenen WLAN befinden, liegt bei ca. 400 – 500, abhängig von Tag und Uhrzeit. Genaue Angaben zum Trafficverbrauch sind leider erst ab April verfügbar, da ein Plugin zur Protokollierung fehlte.

Die Statistik der Firewall zeigt, dass der Trafficanteil des Freifunknetzes bei ca. 30% liegt. Das ist absolut ca. 40GB pro Tag und summiert knapp 1TB Traffic pro Monat.

In den Osterferien vom 13.04. – 18.04. schlug Murphy‘s Law zu. Ich war im Urlaub und der Hypervisor erlitt einen Stromausfall, wodurch der Offloader für 5 Tage ausfiel. Da aber Ferien waren, ist das für die Statistik wohl zu verschmerzen.
Seit nunmehr gut 2 Monaten (inkl. Ferien) ist das Netz im Testbetrieb um Stabilität, Verfügbarkeit und Geschwindigkeit beurteilen zu können.
Die Erwartungen wurden übertroffen. Das Netz ist sehr stabil. Trotz der hohen Anzahl an Clients ist eine vernünftige Geschwindigkeit von ca. 10 Mbits am Client per Speedtest messbar.

Speedtests in der KW 17
Speedtests in der KW 18
Speedtests in der KW 19

Die Auslastung des Offloaders ist moderat. RAM dauerhaft unter 32MB. CPU Last bei ca. 10%. Und Disk IO quasi nicht vorhanden.

Firmwareupdates werden bei Freifunk Nordwest über den integrierten Autoupdater bezogen. Die virtuelle Maschine verhält sich hierbei wie ein normaler Router. Das am 09.04.2017 veröffentlichte Update wurde automatisch heruntergeladen und installiert. Die VM startete einmal neu und baute die Verbindung zum Gateway wieder auf. Ein manuelles Eingreifen war nicht notwendig.

Blick in die Zukunft

Zum jetzigen Zeitpunkt werden die Logindaten für das ‘BBS Haarentor’ Netz noch per Hand und Papierschnipsel vergeben. Es fehlt zurzeit ein automatisierter Prozessablauf von der digitalen Einschulung bis zur Einbindung in das LDAP System und Versand der Zugangsdaten. Eine verlässliche Aussage über herausgegebene Zugänge ist zurzeit leider nicht möglich. Dies könnte ein Grund sein, warum das Freifunknetz so großen Zuspruch findet. Ich erwarte weniger Nutzer im Freifunknetz, wenn das Verteilen der Credentials automatisiert abläuft.

Mit der bestehenden Lösung ist kein Meshing möglich. Meshing ist nur möglich wenn Hardware benutzt wird, die von der FFNW Firmware unterstützt wird. Das Meshing ist aber ein wichtiger Teil des Freifunknetz. So können Knoten, die über keinen eigenen Uplink verfügen, die Daten zumindest weiterreichen. Andererseits ist aber Meshing in meinem Fall nicht besonders wirkungsvoll. Es sind keine Knoten in anliegender Nähe mit denen sich meshen lassen würde.

Der Förderverein der BBS Haarentor spendet einen gewissen Betrag pro Jahr an den Verein. Alleine durch das Ausstrahlen des Netzes kamen schon interessierte Anfragen aus dem Kollegium.

Freifunk Nordwest e. V. ist ein gemeinnütziger Verein. Das Aufstellen eines Freifunkknotens kostet kein Geld. Nichtsdestotrotz sind für das Betreiben der Backendstruktur finanzielle Mittel nötig. Der Verein ist an dieser Stelle auf Spenden angewiesen. Wir appellieren daher insbesondere an Gewerbetreibende den Verein zu unterstützen. Das Netzwerk kann nur funktionieren wenn jeder Nutzer seinen Beitrag leistet.

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